Widerstand als Pflicht

Widerstand als Pflicht                                                

von Wolfgang Heuer,  20. Juli 2012

Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht!“  (Bertolt Brecht)

Ich bin Jahrgang 1947. Das Datum 20. Juli 1944 ist mir seit der Kindheit geläufig. Meine Eltern und Großeltern erzählten vieles aus ihrem persönlichen Erleben. Aber auch in der Schule befassten wir uns intensiv mit der jüngeren Geschichte. In den Kinos liefen damals noch häufig Filme, deren Handlungen zur Zeit des Krieges oder in dessen Vorfeld spielten und im Fernsehen waren es außerdem dokumentarische Berichte.

In meiner Familie gab es eine große Wertschätzung für die Widerstandskämpfer. Der Vater meiner Mutter war die ganze Nazi-Zeit über vehement bei seiner Weigerung geblieben, in die Partei einzutreten, obwohl Verwandte versuchten, es ihm schmackhaft zu machen – weil er es dann „besser haben“ könne.

Dieser Großvater – Jahrgang 1902 – kannte sehr wahrscheinlich schon vor 1933 die desolaten seelischen Grundlagen der zivilisierten Gesellschaft und ahnte – wie etliche andere, die das sogar literarisch belegt hatten – was früher oder später geschehen würde.

Als nach dem Krieg die wirtschaftlichen Verhältnisse sich deutlich besserten und der Begriff „Wirtschaftswunder“ aufkam, sagte dieser Großvater zu seiner Familie, dass man darauf nicht bauen könne – das sei alles künstlich aufgebauscht.

Erst gut 30 Jahre später, ab 1990, fand ich selbst zu der Literatur, die seine Aussage untermauerten: Bücher zum Thema der „Krankheit der Gesellschaft“, der „Kollektiven Neurose“, die ich ab 1992 die „Kollektive Zivilisations-Neurose“ nannte und mich dazu entschied, darüber – und über die Möglichkeit der grundlegenden Heilung – aufzuklären.

Die hohe Produktion von Gütern bzw. von Geld gründet auf einer krankhaften Entartung, auf einer umfassenden Entfremdung des zivilisierten Menschen – von sich selbst, von seinem wahren Selbst bzw. von seinem wahren Sein. Entfremdung vom wahren Erwachsenwerden, von der Fähigkeit, die wirkliche Wirklichkeit wahrzunehmen und von den Fähigkeiten, wahrhaft zu lieben und angemessen Verantwortung für sich und sein Leben sowie für seine Mit- und Umwelt zu übernehmen.

Diese wichtige Kenntnis / Information wird – krankheitsbedingt – von der großen Mehrheit der Menschen verdrängt. Auch – und wie es scheint: besonders – von den „Verantwortlichen“ in Politik und anderen Institutionen, die auf die eine oder andere Art über Macht verfügen.

Auch wenn die „Kollektive Zivilisations-Neurose“ schon ca. 10.000 Jahre in der zivilisierten Gesellschaft existiert, ist das kein Grund, sie zu vernachlässigen, denn sie ist nicht statisch, sondern entwickelt sich dynamisch – sie verschlimmert sich dort, wo sie schon in einer Gesellschaft Fuß gefasst hat und sie hat außerdem die Tendenz, sich auf weitere Gebiete und Populationen auszuweiten. Dass innerhalb der zivilisierten Gesellschaft kaum jemand diese Entwicklung sieht, liegt ebenfalls an der Krankheit selbst, denn sie „vernichtet“ Bewusstsein, so dass die Erkrankten sich in ihrer Betroffenheit und Beeinträchtigung nicht – mehr – selbst erkennen können. Und der jeweilige verschlechterte Zustand der Gesellschaft bildet die „Normalität“ – als Mehrheits-Normalität.

Diese Beeinträchtigung erkennen können nur Menschen, die noch nicht von der Krankheit befallen und beeinträchtigt sind oder solche, die – als seltener Fall – grundlegende Heilung von der Krankheit gefunden haben. So wie ich.

1992 beschloss ich, mich für die Aufklärung über die „Kollektive Zivilisations-Neurose“ einzusetzen – und bin darin noch immer aktiv. Damit bin ich gewissermaßen „Widerstandskämpfer“ gegen die normale Unmenschlichkeit des gegenwärtigen Systems – oder besser: Kämpfer für die Aufklärung über die Möglichkeit der natürlichen grundlegenden Heilung der Kollektiven Zivilisations-Neurose.

Denn diese Krankheit entlädt sich von Zeit zu Zeit in „Dekompensationen“, in „Anfällen“, deren schlimmere Versionen man „Kollektive Psychose“ nennen kann.

Die Zeit von 1933-1945 bzw. der 2. Weltkrieg wurde u.a. eine „Kollektive Psychose“ genannt. Und wer Zeichen erkennen kann, der erkennt in den letzten Jahren, dass sich die Kollektive Zivilisations-Neurose sehr wahrscheinlich wieder einmal im Bereich des Übergangs zum exponentiellen Wachstum befindet, woraus sich schon bald eine erneute heftige Dekompensation, evtl. eine „Kollektive Psychose“, entwickeln kann.

Ich verstehe mich als „Widerstandskämpfer“ gegen die kollektive Tendenz der Verdrängung, des Ausblendens, des Wegsehens oder Weglaufens, gegen die Herrschaft der Angst – die bei den meisten Menschen nicht im Bewusstsein erscheint, sondern verdrängt ist und „latent“ wirkt, unterschwellig, unerkannt, aus dem Unbewussten.

DAS ist m.E. einer der schlimmsten Faktoren der Kollektiven Zivilisations-Neurose. Denn wer von seinen Sensoren / Warnsignalgebern innerlich abgetrennt ist, kann die wichtigsten Gefahren nicht mehr wahrnehmen. Menschen ohne diese Fähigkeit sind orientierungslos, abgetrennt von ihrer inneren Weisheit und Führung und damit tendenziell Opfer der überall lauernden Versuche der Manipulation / Fremdsteuerung.

Menschen ohne zutreffende Orientierung sind wie verirrt, sind genau genommen und im wahren Sinne des Wortes „Irre“. Über die schon Jesus sagte „…denn sie wissen nicht, was sie tun“. Und das gleiche sagt Heinz von Förster in seinem Buch „Wissen und Gewissen“ über diese kollektive Krankheit, die er dort mit dem Begriff „Dysgnosie“ = Seelenblindheit bezeichnet.

Ohne grundlegende Heilung führt diese Krankheit zum Tode, in der Hauptsache zum kollektiven Tod, zum Aussterben. Es ist ein langsamer, qualvoller Tod, mit langem Siechtum – bis endlich die letzten in einer finalen Katastrophe dahingerafft werden, durch Mord und Selbstmord oder einfach durch eine der vielen Krankheiten oder durch eine Vielzahl von Krankheiten unter dem immer größer werdenden Mangel an Lebens-Energie / Liebe.

Mein Rat: Werden Sie Widerstandskämpfer!

Erkennen Sie den wahren Feind im eigenen Bewusstsein und treten Sie ihm mutig entgegen – und besiegen ihn: mit der Kraft der Liebe / Lebens-Energie, die ebenfalls in Ihnen ist und die nur von diesem Feind gefangen gehalten und am Wirken gehindert wird.

Ich wünsche Ihnen einen schönen, erfolgreichen, 20. Juli und ebensolche anschließende Zukunft – in regelhaft stabiler ganzheitlicher Gesundheit, welche das bedingungslose Glücklichsein einschließt.

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5 Kommentare zu “Widerstand als Pflicht

  1. Garten-Amsel sagt:

    Meinen Herz-Lichten Dank !
    Hab mich sehr gefreut !
    Solche *Mit-dem-Strom-schwimm-GeH-Danken* dieser „Kunst“-Art – 😉 – bringen Wärme und Freude ins Herz .
    *JaH!*
    😉
    „Wir sehen uns wieder !“
    sagte jemand einmal zu mir.
    So ist es.
    – und sei es hier! –
    Danke !
    😉

  2. Hat dies auf Wissenschaft3000 ~ science3000 rebloggt und kommentierte:
    unbedingt lesenswert – DANKE – 🙂

  3. […] Quelle: Widerstand als Pflicht « seelenoeffner […]

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